04.12.2003

Pinnawela - ein Zuhause für Elefanten

Sri Lankas Waisenhaus der besonderen Art

Elefanten in Pinnawela
Eine knappe Stunde von Kandy entfernt, befindet sich dieses einzigartige Waisenhaus. Wir erwarten spielende, fröhliche Kinder, aber statt dessen spielen hier - Elefanten. Sechzig Elefanten, ausgewachsene Tiere und ihr Nachwuchs, werden hier liebevoll gepflegt. Die aufgenommenen Tiere sind entweder aus ihrer Herde ausgestossen, oder gejagt worden. Das Abholzen der Wälder und die Vergrösserung der landwirtschaftlichen Nutzfläche, hat den Lebensraum der Dickhäuter stark eingeschränkt. So wundert es nicht, dass die Zahl der wildlebenden Elefanten ständig sinkt.

 

Tag für Tag lockt das Waisenhaus die Besucher an. Besonders Kinder sind hellauf begeistert, erleben sie doch die Tiere hautnah. Wie auf einen geheimen Befehl trotten die kleinsten der Dickhäuter zu einem Unterstand. Der Grund ist schnell gefunden - Wärter präparieren die übergrossen Milchflaschen mit den Riesensaugern. Es gibt in Wasser aufgelöste Trockenmilch mit Babynahrung. Fünfmal täglich erhalten die Kleinen den kräftigen Schluck aus der Pulle, während die erwachsenen Tiere bis zu 50 kg Gras, Blätter, Heu und Früchte vertilgen.

 
Elefanten in Pinnawela
Damit keine Langeweile aufkommt, erlernen die grauen Riesen kleine Kunststücke und zeigen ihr Talent beim Transport schwerer Baumstämme. Ein Höhepunkt ist ein Ritt hoch auf dem Elefantenrücken. Von einer Art Rampe geht es auf den Sitzplatz, dem Nacken des Tieres. Mit den Ohren wedelnd, setzt sich der Elefant in Bewegung. Bereits nach den ersten Schritten hat man das Gefühl, auf einem Ozeanriesen zu sein, denn es schaukelt gewaltig. Eine Mordsgaudi!

 

Gegen Ende des Tages gehen die Elefanten ihrer Lieblingsbeschäftigung nach. Der nahe Fluss lockt zum Baden. Während die älteren Tiere gemächlich zum Ufer schreiten, sind die kleinen kaum zu bremsen. Ohren und Rüssel wackeln beim Schweinsgalopp zum Wasser. Sie tollen im Wasser herum, trompeten und spritzen Wasserfontänen in die Luft. Der Mahout, der Elefantenführer, kümmert sich sein ganzes Leben um seinen Elefanten. Wie graue Felsen liegen die Tiere im Wasser. Sie lassen sich von ihrem Menschen die Haut mit Kokosschalen schrubben, den riesigen Kopf mit Wasser bespritzen. Sie geniessen es sichtlich. Nach dem Bad trottet alles zum Waisenhaus zurück, bekommt noch ein letztes Mal für den Tag eine Portion Futter.

 

Die letzten Besucher verlassen das Gelände. Sie haben viel über die Elefanten gelernt und viel erlebt. Und mit dem Eintrittsgeld einen kleinen Beitrag zum Erhalt dieser urtümlichen Riesen geleistet.

 

Letzte Änderung: 04.12.2003
Medien (diese Seite): doje
Autor: doje

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