Die alte Kunst der Antaimoro
Traditionelles Papier auf Madagaskar
Wahrscheinlich zog sich ihre Wanderung über Jahrhunderte hin. Man nimmt an, mit Zwichenaufenthalten in Ostafrika, zum Beispiel in Sansibar und auf den Komoren, wo bis in die Gegenwart ein starker islamischer Einfluss herrscht. Diese Araber haben in den letzten Jahrhunderten bedeutende Auswirkungen auf die Entwicklung Madagaskars genommen. Nicht nur umfangreiches Wissen über Heilpflanzen brachten sie in ihre neue Heimat mit, sondern auch die umfangreichen astronomischen Kenntnisse der araberischen Bevölkerung.
Bis heute interessant ist für Besucher die traditionelle Papierherstellung der Antaimoro, die bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts ausschliesslich an der Südostküste praktiziert wurde. Vor 70 Jahren brachten Antaimoro diese Fertigkeit ins Hochland und unweit von Ambalavao gibt es ein kleines Dorf, in dem diese Tradition gepflegt wird. Die Blätter des Aroha, eines Maulbeerbaumes werden zerstossen mit Wasser versetzt und zu einem dicken Brei gekocht. Diesen Brei verteilen die Papierhersteller auf gespannte Leinentüchern.
Da das Papier in den letzten Jahrzehnten verstärkt zu Dekorationszwecken (z.B. Wandbehänge, Bilder, Briefpapier und Lampenschirme) genutzt wird, legt man auf diese noch feuchte Masse frische Blüten und lässt das Ganze trocken. In früheren Jahrhunderten produzierten die Antaimoro dieses Papier für ihre heiligen Schriften, die Sorabe-Rollen. Heute werden die Produkte bis ins ferne Japan exportiert. Selbst in Deutschland bieten spezielle Fachgeschäfte Papier der Antaimoro an. Der Besucher kann sich natürlich gleich vor Ort, im kleinen Laden der Manufaktur, versorgen.
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