22.02.2004

Neues Leben in Dharamsala

Hauptstadt der Tibeter im Exil

Gebet in Dharamsala
Im Jahr 1959, 10 Jahre nach der Besetzung des bis dahin freien und unabhängigen Tibets durch chinesische Truppen, erhoben sich die Tibeter in einem Volksaufstand gegen ihre Besatzer, der von den Chinesen blutig niedergeschlagen wurde. Das Oberhaupt der Tibeter, der XIV. Dalai Lama, sah sich gezwungen sein Heimatland zu verlassen, floh nach Indien und gründete die tibetische Regierung im Exil. Zur gleichen Zeit fristete Dharamsala und sein Teilort McLeod Ganj im Nordwesten Delhis am Fuss des Himalaya gelegen, noch ein Tiefschlaf-Dasein.

 

Auf die Einladung eines einheimischen Ladenbesitzers hin, beschloss der Dalai Lama sich hier niederzulassen und seine ihm ins Exil gefolgten Landsleute erweckten den Ort zu neuem Leben. Mittlerweile hat sich Dharamsala und seine Umgebung zu einer Art Mini-Tibet im Exil entwickelt. Zahlreiche Klöster, Institute, Bibliotheken und Museen versuchen die unterdrückte Kultur der Tibeter zu bewahren.

 
Leben in Dharamsala
Auffanglager dienen neuen Flüchtlingen als erste Anlaufstation. Für die Kinder der Flüchtlinge wurden Schulen gebaut in denen ihnen ein klares Verständnis für ihre tibetische Herkunft, Kultur und Identität vermittelt wird. Etwas ausserhalb von McLeod Ganj stehen die Gebäude der tibetischen Exilregierung, etwas abseits des Zentrums lebt der Dalai Lama in einem von indischem Militär bewachten Areal.

 

Heute sind in Dharamsala und Umgebung knapp 8.000 Tibeter angesiedelt. Der Rest der bisher 130.000 geflüchteten Tibeter hat in anderen Teilen Indiens eine Heimat gefunden, ein kleiner Teil lebt im Ausland. Sie alle warten darauf eines Tages wieder in ihr Heimatland zurückkehren zu können, in ein freies und autonomes Tibet.

 

Letzte Änderung: 22.02.2004
Medien (diese Seite): rpra
Autor: rpra

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