22.02.2004

Der Dalai Lama in Dharamsala

Das Oberhaupt der Tibeter im Exil

Dalai Lama
Etwas abseits des Zentrums von McLeod Ganj (Upper Dharamsala) lebt der 14. Dalai Lama, bewacht von indischem Militär, in einem Bungalowkomplex. Neben seiner Funktion als politisches und religiöses Oberhaupt der Tibeter wird er von ihnen als die Menschwerdung (=Inkarnation) des Buddha des Mitgefühls verehrt, der nach buddhistischem Glauben solange darauf verzichtet ins Nirwana einzugehen, bis alle Menschen vom Leiden erlöst sind. Der Sohn einer einfachen Bauernfamilie wurde 1937 im Alter von 2 Jahren nach dem Tod des 13. Dalai Lama als dessen Wiedergeburt erkannt. Im Potala Palast und den umliegenden Klöstern in Lhasa erhielt er die Erziehung und Ausbildung, die ihn auf seine Aufgabe als Oberhaupt der Tibeter vorbereitete.

 

Während 1950 chinesische Truppen Tibet besetzten, wurde dem erst 15-jährigen die Verantwortung als Staatsoberhaupt übertragen. Vergeblich versuchte der Dalai Lama daraufhin in Peking mit Mao Tsetung Friedensgespräche zu führen. 1959 sah er sich nach einem niedergeschlagenen Volksaufstand der Tibeter gegen die chinesischen Besatzer gezwungen nach Indien zu fliehen, wo er die tibetische Regierung im Exil gründete, die er im Laufe der Jahre modernisierte und ihr eine demokratische Struktur verlieh.

 

Meist ist der Dalai Lama unterwegs im Ausland, wo er Vorträge hält, sich mit Regierungsvertretern trifft und um Unterstützung für das Tibetproblem wirbt. Für seine unermütlichen Bemühungen eine friedliche Lösung mit den Chinesen zu finden, erhielt er 1989 den Friedensnobelpreis. Nach seiner Rückkehr von einer Reise, findet in den darauf folgenden Tagen meist eine öffentliche Audienz statt, zu der man sich im "Security Office" in McLeod Ganj anmelden muss. Im 5 Sekunden Takt werden die Pilger an Seiner Heiligkeit vorbeigeschleust, erhalten eine Segnung und manchmal sogar ein paar freundliche Worte mit auf den Weg.

 

Letzte Änderung: 22.02.2004
Medien (diese Seite): rpra
Autor: rpra

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