04.03.2004

Trekking auf dem Sinai

Es müssen keine vierzig Jahre sein

Trekking auf dem Sinai
Anders als Moses und seine Leute, die auf ihrem Weg ins gelobte Land vierzig Jahre auf dem Sinai umhergeirrt sein sollen, erleben die heute Reisenden das Bindeglied zwischen Afrika und Asien als Freizeitparadies. Das Urlaubsvergnügen spielt sich dabei nach wie vor meist in den Küstenorten ab. Vor allem das am Golf von Aqaba gelegene Dahab ist darüber hinaus aber auch Ausgangspunkt für Ausflüge und mehrtägige Touren ins Hinterland des Südsinai - besonders in dessen höchsten Teil, genannt das "Herz". Ausgedörrte "Mond- und Marslandschaften", Hochgebirge aus graugrünem und roten Granit (Ikna), durchzogen von schwarzen Bändern erkalteter Lava, aber auch grüne Oasen gilt es zu entdecken.

 

Herrliche Ausblicke - zum Beispiel von den Gipfeln des Moses- und Katharinenbergs, die trockene Hitze des Tages, das Katharinen- Kloster, der würzige Geruch der spärlich wachsenden Gebirgskräuter - all diese und noch viel mehr Eindrücke sind es, die der Besucher mit nach Hause nehmen kann.

 
Meist braucht es nur einen Tag bis die Füsse den richtigen Tritt gefunden haben und sie den Sand und Fels fast mühelos bewältigen.
Berg auf dem Sinai
Frei wird dann auch bald der Kopf von den Gedanken des Alltags, bereit, sich voll und ganz auf eine fremde Welt einzulassen. Mehrtägige Ausflüge sind besonders romantisch, endet der Tag doch meist am prasselnden Lagerfeuer der Beduinen, die in den mittleren Höhenlagen des Sinai Obstbau oder Viehwirtschaft betreiben.

 

Süss und würzig ist der Tee, der gereicht wird. Aus "Tausend und einer Nacht" stammen die Geschichten, die von den Beduinen in geselliger Runde erzählt werden. Hin und wieder kommen die Gäste sogar in einen ganz besonderen Genuss. Dann nämlich, wenn einer der Männer zur Simsimiyya, dem uralten, lyraähnlichen Musikinstrument greift und dazu melancholische Liebes- oder Hirtenlieder anstimmt.

 

Der Schlafsack wird einfach unter dem nächstbesten Mandel- oder Marillenbaum ausgebreitet und einer erholenden Nachtruhe dürfte nichts mehr im Wege stehen, ausser man wird zu später Stunde von "Mark und Bein durchdringenden" Brunftlauten der Wildesel aufgeschreckt! Dann noch ein Blick hinauf  in den Nachthimmel, an dem die Sterne fast zum greifen nah erscheinen. Spätestens in diesem Moment wird klar, warum Moses die Zehn Gebote an keinem anderen Ort der Welt hätte erhalten können als hier  auf dem Sinai.

 

Strasse auf dem Sinai
 

Letzte Änderung: 04.03.2004
Medien (diese Seite): crha
Autor: crha

Drucken