Trekking auf dem Sinai
Es müssen keine vierzig Jahre sein
Herrliche Ausblicke - zum Beispiel von den Gipfeln des Moses- und Katharinenbergs, die trockene Hitze des Tages, das Katharinen- Kloster, der würzige Geruch der spärlich wachsenden Gebirgskräuter - all diese und noch viel mehr Eindrücke sind es, die der Besucher mit nach Hause nehmen kann.
Süss und würzig ist der Tee, der gereicht wird. Aus "Tausend und einer Nacht" stammen die Geschichten, die von den Beduinen in geselliger Runde erzählt werden. Hin und wieder kommen die Gäste sogar in einen ganz besonderen Genuss. Dann nämlich, wenn einer der Männer zur Simsimiyya, dem uralten, lyraähnlichen Musikinstrument greift und dazu melancholische Liebes- oder Hirtenlieder anstimmt.
Der Schlafsack wird einfach unter dem nächstbesten Mandel- oder Marillenbaum ausgebreitet und einer erholenden Nachtruhe dürfte nichts mehr im Wege stehen, ausser man wird zu später Stunde von "Mark und Bein durchdringenden" Brunftlauten der Wildesel aufgeschreckt! Dann noch ein Blick hinauf in den Nachthimmel, an dem die Sterne fast zum greifen nah erscheinen. Spätestens in diesem Moment wird klar, warum Moses die Zehn Gebote an keinem anderen Ort der Welt hätte erhalten können als hier auf dem Sinai.
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