12.05.2003

Geschäftiges Serekunda - zweitgrößte Stadt Gambias

Im wirtschaftlichen Zentrum geht es rund

Marktfrau in Serekunda
Serekunda ist neben Banjul die wichtigste und größte Stadt in Gambia. Es gibt kein erkennbares Stadtzentrum und eigentlich auch keinen wirklichen Überblick mehr darüber, wie viele Menschen dort leben. Schätzungsweise wird von 150.000 Einwohnern ausgegangen, wobei die Stadt täglich grösser zu werden scheint. Aus Brikama, aus den Fischerorten der Atlantikküste, aus den im Busch gelegenen Dörfern, ja scheinbar von überall kommen die Menschen nach Serekunda.

 

Schon am frühen Morgen, wenn es gerade hell zu werden beginnt, erwacht die Stadt. Ein reges Geschäftstreiben beginnt. Jeder versucht emsig, sein eigenes "business" zu machen. In der Saison werden an jeder Strassenecke für ein paar Dalasi geröstete Erdnüsse angeboten. Neben kleinen Geschäften und dem Privatgeschäftsmann mit dem Bauchladen gibt es Tischlereien, Schlossereien und Supermärkte. In letzter Zeit eröffnen nahezu in jeder Strasse Gamtels. In diesen Geschäften stehen Telefone und Faxe zur Verfügung. Für nur einen Dalasi kann innerhalb Gambias telefoniert werden. Ins Ausland ist es nach 18 Uhr und an den Wochenenden preiswert. Wenn es überhaupt ein Zentrum auszumachen gibt, dann ist es die "garage" - der Busbahnhof. Dort halten und starten alle Buschtaxis.

 

Und mitten auf dem grossen Platz sitzen Frauen und Mädchen, die oft schon seit 4 Uhr morgens unterwegs sind. Für viele ist es ein langer Weg in die Stadt. Aber zwei, dreimal wöchentlich nehmen sie ihn auf sich. Sie verkaufen ihre Ernte vom Feld und Früchte von den Obstplantagen. Der Platz ist wie ein riesiger Frischmarkt. Mangos, Papayas, Erdnussbutter, Kokosnüsse, Zwiebeln, Fisch ... Und zwischendrin immer die Taxis. In den meisten Taxen haben bis zu 20 Personen Platz. Es gibt keine festgelegten Abfahrtzeiten. Statt dessen wird gewartet, bis das Auto voll ist. Vorher fährt der Fahrer nicht los. Das bunte Markttreiben kann man immer besuchen. Da macht es keinen Unterschied, ob Montag, Dienstag, Sonntag oder Feiertag ist.

 

Kirchen in Serekunda
Ein sicher interessantes Erlebnis ist der Besuch im Kino. Zu erleben, wie die Zuschauer mit den Filmhelden zumeist aus Actionfilmen mitfiebern, sie regelrecht anfeuern, kann viel Spass machen. Es finden mehrere Vorstellungen täglich statt und das Kino ist für europäische Verhältnisse sehr preiswert. Im Stadtteil Bakoteh, an der Strasse nach Sukuta, liegt ein großes Ringkampf-Stadion. Die Wrestling Arena ist an Wochenenden gut besucht. Das Ringkampf-Spektakel erfreut sich großer Beliebtheit. Im 11. Jh. zur Zeit des Mali-Reiches war dieser Sport den Angehörigen des Königshauses vorbehalten. Heute aber gibt es in vielen Dörfern Plätze, auf denen diese Sportart ausgeübt wird. Wohl auf den gleichen Plätzen finden zunehmend auch Fußballspiele statt. Es gibt Wettkämpfe zwischen den Dörfern. Und die Euphorie der Zuschauer beweist, dass der Fußball zum zweiten Nationalsport geworden ist.
 

Letzte Änderung: 12.05.2003
Medien (diese Seite): somr
Autor: somr

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