12.05.2003

Hauptstadt Banjul

Überschaubar, lebendig, freundlich

Albert Markt in Banjul
Die Hauptstadt Gambias ist Banjul (früher Bathurst) und hat über 60.000 Einwohner. Sie liegt auf St. Mary Island und ist umgeben vom offenen Meer. Westlich der Hauptstadt verhindern Seitenarme des Gambia River und ausgedehnte Mangroven-Dickichte eine weitere Erschliessung und Besiedlung. Auf den ersten Blick wirkt Banjul als Hauptstadt ein wenig provinziell. Aber gerade das macht das Flair der Stadt aus. Es herrscht gemächliche Lebendigkeit auf den Strassen. Überall ist Bewegung.

 

Mit einer für die Gambier charakteristischen Herzlichkeit werden Gäste vor allem in den kleinen Verkaufsläden willkommen geheissen. Nicht selten wird dem Gast ein Holzhocker angeboten, um das gekaufte Erfrischungsgetränk und ein Tapalapa (Baguette) geniessen zu können. Das bunteste Treiben herrscht auf dem Albert Markt, dem Herzen Banjuls, der 1986 völlig abgebrannt war. Freundliche und geschäftstüchtige Händler bieten alles an, was das Herz begehrt. So werden liebevoll Obstpyramiden aufgebaut, in grossen Säcken wird selbst angebauter Reis angeboten.

 

Frauen und Mädchen aus den entfernt liegenden Dörfern müssen schon um vier Uhr morgens mit den Buschtaxis und ihren riesigen, gefüllten Schüsseln losfahren, um frische Tomaten, Salate, Auberginen usw. auf dem Markt zu verkaufen. Zum Flussufer hin schließt sich ein Fischmarkt an. Und gleich rechter Hand vom Albert Markt befindet sich das Handicraft Centre. Auf diesem Kunsthandwerk-Markt können vor allem Batikkleider, mit Kaurimuscheln verzierter Schmuck, Holzschnitzereien, Masken und Trommeln gekauft werden. Sehr oft laden die Händler dazu ein, ihnen beim Schnitzen zuzusehen.

 

Friedhof von Banjul
Überall, wo etwas gekauft werden kann, wird natürlich nach afrikanischer Art gehandelt. Nicht nur den Europäern werden überhöhte Preise angeboten. Auch die Einheimischen müssen um die Preise feilschen. Und wenn man es ein paar Mal gemacht hat, wird man schnell merken, dass die Verkäufer es so wollen und es sogar Spass macht. Sehr lohnenswert ist ein Besuch im National Museum. Die ausgestellten Exponate spiegeln die koloniale Vergangenheit Gambias wieder, ebenso die Ereignisse seit der Unabhängigkeit. Das Museum informiert über die verschiedenen Ethnien, über die handwerklichen und kulturellen Traditionen. Eine kleine Naturkunde-Abteilung bietet einen Überblick über die Flora und Fauna des Landes. Darüber hinaus lohnt sich ein Besuch der 1988 eingeweihten Grossen Moschee (Jamah Mosque). Etwa 6.000 Gläubigen haben in dem mit finanzieller Unterstützung Saudi-Arabiens erbauten Gotteshaus Platz. Ausserhalb der Gebetszeiten können Nicht-Muslimen das architektonisch markante Bauwerk besuchen (lange Kleidung; Schuhe ausziehen).

 

Am monströsesten aber ist der Arch 22. Er befindet sich auf dem Rondell zwischen Independence Drive und dem Banjul-Serekunda Highway. Der gigantische Triumphbogen des Arch 22 wurde am zweiten Jahrestag des unblutigen Putsches (22.7.1994) eingeweiht. Armee-Leutnant Jammeh, der durch diesen Staatsstreich den einstigen gambischen Staatspräsidenten Jawara abgelöst hatte, ließ für zig Millionen Dollar dieses Bauwerk vor dem Eingang der Stadt errichten. Wer Banjul in Richtung Serekunda verlässt, sollte noch am Banjul-Serekunda-Highway anhalten, um den zum Strand hin liegenden muslimischen Friedhof zu besuchen.

 

Letzte Änderung: 12.05.2003
Medien (diese Seite): somr
Autor: somr

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