12.05.2003

Geographie und Natur im kleinsten Staat Afrikas

Am Rand der Tropen

Affenbrotbaum
Gambia bildet, eingebettet wie eine Insel in die Republik Senegal, die äusserste Westspitze Afrikas. Es ist flächenmäßig mit etwa 11.295 Quadratkilometer halb so gross wie das Bundesland Hessen. Der anglophone Kleinstaat erstreckt sich 480 Kilometer entlang des Gambia River. Im Westen bildet der Atlantische Ozean die Grenze. Die Breite des Landes variiert zwischen 10 und 65 Kilometer. Der Gambia River, Hauptverkehrsträger Gambias, entspringt im guineischen Futa-Djalon- Hochland, durchfliesst den Niokolo-Koba- Nationalpark im südöstlichen Senegal und durchzieht schließlich Hunderte Kilometer Gambia.

 

Charakteristisch und beeindruckend anzusehen sind die Mangroven-Dickichte in den Mündungsgebieten des Flusses. Die Mangrove, eine Pflanzengattung, besteht aus immergrünen, baumartigen Salzpflanzen, die im brackigen Übergangsbereich von Salz- und Süßwasser gedeihen. Durch ihre langen Stelzwurzeln, die senkrecht aus dem Wasser herausragen, sind sie gut zu erkennen. Allerdings sind die Mangrovenwälder in letzter Zeit vor allem durch Holzeinschlag und Dürreperioden bedroht.

 

Im Mündungsdelta des Gambia River liegt die Hauptstadt Banjul (ca. 60.000 Einwohner). Von wirtschaftlicher Bedeutung für die Freihandelszone Banjul ist der Tiefseehafen. Wirtschaftliche Kapitale des Landes ist aber Serekunda (nach Schätzungen über 150.000 Einwohner), die hektischste, aber auch bunteste Stadt Gambias.

 

Gambia - River
Das sandig-tonige und flachwellige Land ist von Savannen, Sumpfland und einigen Wäldern, wie z.B. dem Abuko-Nationalpark, bedeckt. Die Temperaturen in dem wechselfeuchten, randtropischen Klima betragen zumeist um die 30°, im Landesinnern auch darüber. Während der Regenzeit von Juli bis September gehen die Niederschläge nicht als flächendeckender Landregen nieder. Statt dessen kommt es zu heftigen Gewittern und Sturzgüssen. Manchmal werden ungeschützte Lehmhütten weggespült, Palmblätterdächer werden von den starken Winden abgedeckt und Orte, die sich im Landesinnern befinden, sind wegen der aufgeweichten oder überschwemmten Sandwege nur schwer erreichbar. Während in der Regenzeit die Pflanzen nahezu täglich grüner und grösser werden, sind in der Trockenzeit ausgedörrte Sträucher und gelichtete Bestände an Dornbüschen charakteristisch. Am auffälligsten aber in der Savannenlandschaft ist der Baobab oder Affenbrotbaum. Er ist ein Symbol für Stärke, Beständigkeit und Quelle für viele Legenden.

 

Auf den lokalen Märkten wird je nach Saison mit Mangos, Papayas, Kokosnüssen, Bananen, den koffeinhaltigen Nüssen des Kola-Strauches, Erdnüssen, Grapefruits und Melonen gehandelt. Wichtigste Nutzpflanzen sind Reis, Mais, Maniok, Süßkartoffeln und Sorghumhirse. Sehr wichtig für die Versorgung der Bevölkerung sind auch die reichhaltigen Fischvorkommen im Atlantischen Ozean. Die Fauna Gambias wird oft als Vogelparadies bezeichnet. Ebenso können Affen in freier Wildbahn beobachtet werden. Und ab und zu sollen Flusspferde und Krokodile im Gambia River auftauchen. Zahlenmäßig gross ist die Insektenwelt. Insbesondere die Anophelesmücke als Überträger der Malaria ist gefürchtet.

 

Letzte Änderung: 12.05.2003
Medien (diese Seite): somr
Autor: somr

Drucken