Florida Keys: Piraten und Plünderer
Das bedeutet nicht nur Tauchparadies oder Schlaraffenland
Eingekeilt zwischen Miami und Havanna ziehen sich die Florida Keys wie eine Perlenkette von der Südspitze des US-Staates Florida in Richtung Kuba. Die "Keys", das bedeutet nicht nur Tauchparadies oder Schlaraffenland für Gourmets, sondern auch traditionsreiche Vergangenheit. Ungezählt die kuriosen und schaurigen Geschichten, die sich in den Jahrhunderten anhäuften wie die Wracks gesunkener Schiffe an den Riffen.
Am 15. Mai 1513 setzte der spanische Abenteurer Ponce de Leon als erster Europäer seinen Fuß auf die Inseln. Der Chronist schrieb: "Diese Linie von Inseln und felsigen Eilanden trägt den Namen Los Martires (Die Märtyrer) zu Recht, denn die Felsbrocken sehen aus der Ferne aus wie leidende Menschen."
Auf nicht gar so rechtschaffene Weise verdienten sich die "Wracker" ihren Lebensunterhalt. Die hauptberuflichen Plünderer sammelten alles ein, was von gestrandeten Schiffen übrig blieb. Bisweilen wurde dem Unglück auch etwas nachgeholfen. Die Plünderer führten vorbeiziehende Schiffe absichtlich mit falschen Leuchtfeuern in die Irre. Die vollbeladenen Kähne endeten auf den tödlichen Riffen vor den Inseln. Als Resultat dieses einträglichen "Geschäfts" wurde Key West zur reichsten Stadt der damaligen "United States Republic".
Heute ist die unheimliche Vergangenheit zur Attraktion auf Key West geworden: Die allabendliche Ghost Tour von David Sloane lehrt Besucher das Gruseln. Nur das Licht seiner Laterne erhellt die einsamen Straßen, wenn der 28-jährige Amerikaner mit seinen Gästen zu mysteriösen Orten der Stadt zieht und seine schaurigen Geschichten zum Besten gibt. Aus der Schatzkiste fischt Sloane eine Anekdote nach der anderen: Schatzkarten von Piratenhand gezeichnet, ein Mann, der eine Tote heiratete, eine von sonderbaren Geistern besessene Puppe, von Piratenseelen heimgesuchte Häuser und Ruinen. 90 Minuten dauert der kuriose Spaziergang. Treffpunkt ist das Holiday Inn Hotel La Concha.
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