11.05.2005

Florenz - Die Stadt der Kirchen

Unzählige Gotteshäuser

Florenz
Besonders auffällig in Florenz ist die besonders große Anzahl von Kirchen, die dort zu finden ist. Die reiche Handelsstadt konnte es sich leisten, für ihre stetig wachsende Bevölkerung immer neue Gotteshäuser zu bauen. Und so finden sich heute fast an jedem Platz, an vielen Knotenpunkten, auch versteckt in Strassen und Gassen große und kleine Kirchen. Diese alle vorzustellen, würde jeden Rahmen sprengen. Die folgende Auswahl widmet sich einigen der größeren Kirchen und ist zudem im Rahmen eines längeren Spaziergangs bequem zu bewältigen.

 

Den Beginn macht die Chiesa di San Spirito. Diese liegt etwa auf halbem Wege zwischen dem Palazzo Pitti und der Ponte alla Carraia, nicht weit entfernt vom Arno auf dessen linker Seite. Der Entwurf zu dieser Kirche, die Mitte des 15. Jahrhunderts begonnen wurde, stammt von Brunelleschi, der auch die Kuppel des Doms errichtet hat. Das Innere der Kirche, enthält zahlreiche Kunstwerke aus dem 15. bis 17. Jahrhundert, darunter Gemälde von Lippi und Botticelli. Sehenswert auch mehrere Kopien von Werken Michelangelos. An der dem Arno abgewandten Seite der Kirche liegt die Piazza San Spirito.

 

Über diesen Platz und die anschliessende Via San Agostino erreicht der Besucher die Chiesa del Carmine. Diese romanische Kirche aus dem 14. Jahrhundert gehört zu den älteren der großen Kirchen. Leider fiel der ursprüngliche Bau 1771 einem Brand zum Opfer, lediglich die beiden angegliederten Kapellen blieben erhalten. Sehenswert ist hier vor allem die Cappella Brancassi. Dort findet sich eine Reihe von Fresken, die von drei bedeutenden Florentiner Künstlern geschaffen wurden. Masolino da Panicale begann die Ausschmückung der Kapelle mit biblischen Motiven, sein Schüler Masaccio übernahm die Arbeit seines Lehrmeisters und Filippino Lippi schliesslich beendete den Bilderzyklus 50 Jahre nach dem Tode Masaccios.

 

Santa Maria Novella
Von der Kirche geht es über die Piazza del Carmine zum Arno, der über die Ponte alla Carraia überquert wird. Von der anschließenden Piazza Goldini geht es über die Via de Fossi zur Piazza Santa Maria Novella. Dahinter ragt die Kirche Santa Maria Novella in den Himmel. Diese Kirche aus dem 13. Jahrhundert gehört zu den grössten und prächtigsten in Florenz. Die in weiss und grün gehaltene Marmorfassade beeindruckt ebenso wie der wunderschön gestaltete Innenraum, an dessen Bemalung mit Fresken auch Michelangelo in jungen Jahren beteiligt war. Herausragend hier auch die sog. Grosse Kapelle der Spanier mit ihren farbenfrohen Fresken und der Grüne Kreuzgang mit alttestamentarischen Szenen.

 

Über die Piazza dell Unita Italiana geht es durch die Via del Melarancio zur Chiesa di San Lorenzo mit der benachbarten Cappella Medici. Diese Begräbnisstätte des Fürstenhauses Medici besteht einmal aus der Krypta, in der Cosimo I. und seine Gemahlin, sein Vater, sowie auch die letzte Medici, Anna Maria Ludovica, begraben liegen. Daran schließt sich die prachtvolle Fürstenkapelle der Medici an, die mit Marmor, Gold und Edelsteinen beeindruckt. Weitere Mitglieder der Fürstenfamilie fanden in der Neuen Sakristei, deren Bau Michelangelo begann, ihre letzte Ruhe. An diesen Komplex schliesst sich die Kirche von San Lorenzo an. Diese Kirche wurde von Cosimo dem Alten, dem Begründer der Medici-Dynastie, in Auftrag gegeben, und von Brunelleschi begonnen. Auch Michelangelo war am Bau der Kirche beteiligt, für die er die Bibliothek entwarf. Cosimo der Alte liegt in der Hauptkapelle dieser Kirche begraben.

 

Übrigens findet auf dem Platz neben der Kirche regelmäßig ein bunter Strassenmarkt statt - genau der richtige Ausklang für diese Besichtigungstour.

 

Letzte Änderung: 11.05.2005
Medien (diese Seite): roku
Autor: roku

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