Flora und Fauna in Tunesien
Dattelpalmen und Disteln, Zugvögel und Skorpione
Ungefähr ein Viertel der Fläche Tunesiens ist Wüstenland. Unter sengender Sonne gedeihen Agaven, Kakteen und Disteln. Wenn der Regen kommt, dann mit einer Plötzlichkeit und Wucht, dass Überschwemmungen drohen und Pflanzen weggespült werden. Viele Pflanzen nutzen den kurzzeitigen Wassersegen jedoch zur Fortpflanzung. Samen, die viele Jahre ruhten, keimen über Nacht und verwandeln die leblosen Ebenen in ein Meer der Farben.
Der Mensch hat immer schon stark in diesen Naturkreislauf eingegriffen. Frühe Felszeichnungen und Knochenfunde aus vorgeschichtlicher Zeit belegen, dass die Sahara in der Alt- und Mittelsteinzeit ein fruchtbares Gebiet war. Rodungen, Überweidung und Holzeinschlag haben das Land gezeichnet. Von den einst zahlreichen kultivierten Pflanzen findet man heute nur noch wenige. Geblieben sind die im Mittelmeerraum bekannten, niedrigwachsenen Gewürze wie Thymian, Lavendel, Minze, Myrthe sowie immergrüne Hartlaubsträucher. Die wichtigsten Nutzpflanzen sind Olivenbäume und Dattelpalmen. Diese wurden ca. 600 v. Chr. nach Tunesien gebracht und nehmen bis heute eine wichtige Rolle in der Exportbranche ein.
Tunesien liegt auf vielen Zugvogelrouten von Europa nach Afrika. Eine Vielzahl von Vögeln brütet auf dem über 130 Quadratkilometer grossen Ichkeul-See bei Bizerte, der zu den drei grössten Wasservogel-Paradiesen des westlichen Mittelmeerraums zählt. In den Wintermonaten trifft man ca. 150.000 Wildvögel an. Seit 1957, dem Jahr der Unabhängigkeit, bemüht sich Tunesien, bedrohte Arten durch Gesetze und Naturschutzreservate zu schützen. Starke Besiedlung und Klimaveränderungen führten in der Vergangenheit zur Ausrottung vieler Tierarten (z.B. Elefanten, Löwen, Bären). Im Sumpfgebiet um den Ichkeul-See findet man noch wenige Wasserbüffel, im bewaldeten Nordwesten kann man mit viel Glück den seltenen Atlashirsch beobachten, in den Halfasgrassteppen schreien noch hier und da gestreifte Hyänen und am Rande der Sahara trifft man eher selten auf den langohrigen Wüstenwuchs. Wegen der Hitze und Trockenheit findet man in Tunesien auch viele nachtaktive Tiere.
Nehmen Sie sich in Acht: Die giftigsten Skorpione findet man in Tunesien, wenngleich man sie selten zu Gesicht bekommt. Von den hier lebenden zehn Arten sind zwei besonders gefährlich. Weiterhin gibt es ca. 22 Schlangenarten; wobei von diesen nur fünf giftig sind. Sollten Sie also in den Süden des Landes fahren, bekleiden Sie sich immer mit hohem Schuhwerk und schütteln Sie ihre Sachen gründlich aus. In vielen Städten ist es üblich geworden, mit seltenen Tierarten Geschäfte zu machen. So finden Sie auf den Souks (Basaren) zahlreiche Skorpion-Händler, die Ihnen exotische Arten aufschwatzen wollen. Diese Geschäftemacherei sollte man keinesfalls unterstützen.
Urlaub wie Sie ihn planen