04.06.2003

Felsenstarke Bretagne

Küste aus rosa Granit

Kapelle und Granitsteine  - "Côte de Granit Rose" in der Bretagne

 

Zwischen Palmen, Mimosen, Hortensien und Agaven trifft man in der Bucht von Paimpol gegenüber der Insel Brehat auf eine Abtei. Vor achthundert Jahren gegründet wacht diese oberhalb des Meeres am südöstlichen Ausgang Paimpols über Dünen, Salzwiesen und Wälder. Jahrhundertelang lenkten von hier aus Mönche die wirtschaftliche Entwicklung der Region, in dem sie die Salzsteuer eintrieben. Besucher können die noch erhaltenen Räume in dem stark beschädigten Gebäude besichtigen. Von hier aus ist es nicht weit zu kleinen, unbewohnbaren Felsfluchten, die nur den Vögeln gehören. Mittendrin die beiden Grossen, wo etwa 300 Menschen wohnen. Die Ile Sud und Ile Nord sind verbunden durch eine kleine Brücke. Ein kurioses Bild bietet sich bei Ebbe, wenn die Boote entweder auf Sand liegen oder auf Stelzen stehen und geduldig darauf warten, dass die Flut sie wieder ihrem Element zurückgibt.

 
Ebbe in der Bretagne zwischen Ile Nord und Ile Sud

Im Hintergrund zieren weisse Leuchttürme die Klippen ferner Inseln. Auch der granitene "Phare du Paon" (Pfauenleuchtturm) auf der Nordinsel zeigt sich felsenstark. Ähnlich wie die "Moulin de Birlot", die Gezeitenmühle, auf ihrer Landzunge, die aus Hunderten vom Wasser beschliffenen Granitblöcken besteht.

 

Zumeist in rosa Granit. Davon gibt es in der Region wahrlich genug. Noch mehr von diesem eigentümlichen Gestein findet man an der benachbarten "Côte de Granit Rose", die sich an die Côte d'Armor in westlicher Richtung anschliesst. Ungewöhnliche, die Fantasie anregende Formen tun sich da vor dem Betrachter auf. Gewaltige Felsblöcke, wie von Riesenhand gestapelt. 300 Millionen Jahre Erosion haben die Côte de Granit Rose zu einer unwirklich scheinenden Urlandschaft gestaltet. Das Gestein besteht aus erstarrtem Magma, das von unterirdischen Vulkanausbrüchen rührt. Wer diesen Küstenstreifen zu Fuss erwandern möchte, begibt sich am besten auf den "Sentier des Douaniers", den Zöllnerweg.

 

"Côte de Granit Rose" in der Bretagne

Der führt fünf Kilometer weit vom Hafen Plouma bis zum Strand von Trestraou. Dort findet man den Fischer Luis. Sein zerfurchtes Gesicht lacht, als er einen Hummer in die Höhe hält. Der 72jährige lebt mit und vom Meer, die Fischfangflotte schrumpft allerdings. Und noch immer ist hierzulande Fischfang nicht nur ein Beruf, sondern auch eine fest verwurzelte Kultur. Zu den Spezialitäten aus dem Meer zählen die Austern, die entlang der Nordküste in Austernparks gezüchtet werden. Zu den bekanntesten gehört Cancale gegenüber dem Mont St. Michel.

 

Wenige Seemeilen von der Rosa- Granitküste entfernt, zwischen Perros- Guirec und Tregestal, befindet sich auf einem naturbelassenen Archipel ein Paradis für Meeresvögel. Eine mehrstündige Schifffahrt geht an unzähligen namenlosen Felsfluchten vorbei. Die Sieben Inseln, die in Wahrheit viel mehr sind. Ein Paradies für Vögel. Die Inseln dürfen - bis auf die Ile aux Moines - nicht betreten werden. Auf der Insel Malban halten Kormorane Ausschau von den höchsten Felsspitzen wie von einem Thron. Und die Insel Rouzic ist bevölkert von rund 17 000 Bass- Tölpel- Pärchen, die, wie es heisst, einzige Brutkolonie dieser Vogelart in Frankreich.

 

Zusätzliche Informationen:

 

Wichtige Adressen:
Französisches Fremdenverkehrsamt: Postfach 100128, 60001 Frankfurt, Tel.: 0190/57 00 25, Fax: 0190/599061 (0,62 Euro pro Minute), e-mail:  franceinfo [at] mdlf.de, Internet:  www.franceguide.com
Fremdenverkehrsamt Bretagne: CRT Bretagne, 1 Rue Raoul Ponchon, 35069 Rennes, Frankreich, Tel.: 0033-299284430, Fax: 0033-299284440, e-mail:  tourism.-crtb [at] tourismebretagne.com, Internet:  www.tourismebretagne.com

 

Anreise: Von Paris gibt es Flugverbindungen mit einer Landeslinie nach Rennes. Die Bretagne ist auch mit dem Auto oder mit der Bahn gut erreichbar. Die Bretagne liegt nur 3 Stunden von Paris entfernt, und ab Rennes ist das regionale Autobahnnetz überall kostenlos. Der Hochgeschwindigkeitszug TGV Atlantique verbindet Rennes in 2 Stunden mit Paris (täglich fast eine Abfahrt pro Stunde zwischen 7h und 13 h von Paris nach Rennes).

 

Klima: Die Bretagne ist zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Reiseland. Wer nicht auf die Schulferien festgelegt ist, sollte seine Reise in den späten Frühling oder frühen Herbst legen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen im Sommer regelmässig über 20 Grad. Durch die geografische Lage zwischen Ärmelkanal und Atlantik ist das Klima mild.

 

Ausflüge: Die Schiffe zu den Inseln verkehren das ganze Jahr, Anmeldung beim Fremdenverkehrsamt empfohlen. Informationen über die Insel Bréhat auch direkt bei: Syndicat d'Initiative, Le Bourg, 22870 Ile de Bréhat, France, Tel.: 0033-296/20 0144, Fax 0033-296/ 20 06 94,

e-mail:  syndicativnitiative.brehat [at] wanadoo.fr
Besichtigung der Ruine der Abtei Beauport: auf deutsch, Tel.: 0033-296551858
 

Letzte Änderung: 04.06.2003
Medien (diese Seite): hdln
Autor: hdln

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