Metropole Quito
Vom Leben und Überleben
Die Unterschiede zwischen Arm und Reich sind unvorstellbar. Die Weissen stellen nur ein Prozent der Bevölkerung, besetzen jedoch die Spitzenposten in Politik und Wirtschaft. Viele der Mestizen und Indianer fallen durch das löchrige soziale Netz. Traditionelle Familienbindungen auf dem Land zerfallen in der Stadt. Die Arbeitslosigkeit ist gross und selbst wer in den unteren Bevölkerungsschichten Arbeit hat, verdient kaum das Nötigste zum Überleben.
Auf allen Plätzen der Hauptstadt stehen Jungs mit ihren Schuhputzkästen. So zwischen zehn und 14 Jahren mögen sie alt sein. Ihr Handwerk verstehen sie. Die Schuhe blitzen wie neu. Für ein paar Pfennige mehr stellen sie sich dem Fotografen als Modell. Ein Lächeln für den Fremden haben sie immer übrig, obwohl jeder Tourist aus Europa für sie das Sinnbild des Millionärs darstellt. Nicht selten sind diese aufgeweckten Burschen die einzigen Verdiener einer grossen Familie. An vielen Strassenecken warten Lastenträger auf Aufträge. Mit Tragebändern über den Kopf sind schwerste Lasten kein Problem.
Urlaub wie Sie ihn planen