Dresden - Gottfried Semper
Das Jubiläum des Baumeisters
Er gilt als einer der bedeutendsten Architekten des 19. Jahrhunderts und feierte inmJahr 2003 seinen 200. Geburtstag: Gottfried Semper. In Dresden entwickelte er seine Anschauungen und schuf unzählige Bauwerke. Sein berühmtestes Werk: Die nach ihm benannte Semperoper.
1834 wurde der damals 31-jährige zum Professor für Baukunst und Vorstand der Bauschule an der Dresdner Kunstakademie berufen. Semper wollte aber nicht nur seine theoretischen Erkenntnisse vermitteln, sondern diese auch praktisch umsetzen.
Und so widersprach er Gelehrten, die behaupteten, Bauten der Antike hätten marmorweiss erstrahlt. Er verwies auf Studien, die das Gegenteil bewiesen hatten und liess bei der Neugestaltung der Antikensäle im Japanischen Palais die Räume in den buntesten Farben ausmalen. Die Räume wurden nach den Zerstörungen des Krieges restauriert und sind heute Teil des Landesmuseums für Frühgeschichte.
Der Dresdner Zwinger war nach dem Tode Augusts des Starken zur Elbe hin nur durch eine Holzwand abgeschlossen. Eine Reihe von Entwürfen scheiterte am lieben Geld. Auch Sempers Forumsplan wurde abgelehnt. Doch der Meister liess nicht locker, bis er schliesslich den Auftrag erhielt, ein neues Hoftheater zu errichten. Diese erste Semperoper, erreichtet von 1838 bis 1841, erinnerte mit ihrem Halbrund an antike Amphitheater. Im rechten Winkel dazu schloss sich ein Museumsgebäude an - die heutige Sempergalerie, welche die Gemäldegalerie Alte Meister und die Rüstkammer beherbergt.
Semper sah sich nicht allein als Architekt oder Statiker, sondern hatte bereits in seiner ersten Veröffentlichung die Baukunst "als Inbegriff der Künste überhaupt" angesehen. Durch architektonische Kniffe wie lange Treppen, bewusste Farbgebung und ein reiches Figurenprogramm schuf er mit Galerie und Oper Kunsttempel mit sakralem Charakter. Auch ein wirklich sakrales Gebäude errichtete Semper 1838: Die Dresdner Synagoge. Sie wurde 1938 in der "Kristallnacht" von den Nazis zerstört. Der Grundriss ist in den Hof des modernen Synagogen-Neubaus von 2001 eingelassen.
1892 ehrten Dresden und die Semper-Gesellschaft den Architekten mit einem Bronzedenkmal. Geschaffen hat es der Dresdner Bildhauer Johannes Schilling (1828-1919), von dem auch der Figurenschmuck der in den Jahren 1977 bis 1985 wiederaufgebauten Semperoper, insbesondere die Panther-Quadriga, stammt. Zum 200. Todestag im Jahr 2003 ehrten der Gottfried-Semper-Club Dresden und die Stadt den Architekten mit zahlreichen Veranstaltungen, die ihren Höhepunkt in den "Sempertagen 2003" fanden.
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