13.06.2001
Die Straßenkinder von Madagaskar
Im Dschungel der Stadt
Eine Kehrseite der wirtschaftlichen Entwicklung in Madagaskar gibt es natürlich auch. Und dazu gehören die Strassenkinder von Madagaskar, die man vorrangig in Antananarivo, Antsirabe und Fianarantsoa findet. Viele Bauern ziehen, auf der Suche nach etwas mehr Glück, aus dem Hochland in die wenigen Städte. Dort in den Städten zerbrechen die sozialen Bindungen innerhalb der Familien, die in den Dörfern trotz aller Armut für Halt sorgen.
Viele der Kinder verlassen ihre Eltern, um sich auf eigene Faust und auf eigene Art und Weise ihren Lebensunterhalt im Dschungel der Städte zu verdienen. Kleinkriminalität gehört zur ihrem Alltag und auch Gewalt nimmt in diesem Umfeld ständig zu. Auch Kinderprostitution ist die Folge des sozialen Einbruchs. Verschiedene internationale Hilfsorganisationen kümmern sich um die Strassenkinder von Madagaskar, die im "Katastrophenspiegel" der Weltöffentlichkeit noch nie einen Platz gefunden haben. Zu ihnen gehört das deutsche Hilfsprojekt Zaza Faly (zufriedenes Kind).
Bereits seit 1992 betreuen deren Mitarbeiter von der Familie gelöste, verstossene oder verlassene Kinder und Jugendliche. Mit grossem Engagement und der finanziellen Unterstützung des gleichnamigen Freundeskreises in Deutschland bemüht man sich, den Kindern zumindest einige Tage in der Woche eine Anlaufstelle, etwas Milch, Nahrungsmittel und medizinische Betreuung zu bieten.
Wohnprojekte in Antananarivo und Antsirabe geben zahlreichen Kindern ein Dach über dem Kopf und Ausbildungsmöglichkeiten in handwerklichen Berufen. Eine kleine Grundschule soll helfen, den Kampf gegen das Analphabetentum zu führen. Die Kopplung des kostenlosen Essens mit der Teilnahme am Unterricht ist dabei zwar eine kleine, aber sehr erfolgreiche Erpressung. Der Freiheitsdrang der Strassenkinder ist riesig. Nur sehr wenige nutzen so die gebotenen Chancen, endgültig ihrem harten Alltag zu entkommen. Die Unterstützung und Hilfe von Zaza Faly werden gern angenommen, doch zu einer grundlegenden Änderung des Lebensstils sind die kleinen Jungen und Mädchen nur in seltenen Fällen bereit. Eine erstaunlicher Tatsache, die die Arbeit der engagieren Helfer oft nicht leicht macht.
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