13.07.2005

Die Katakomben Roms

Tiefe Geheimnisse

Grabstätte in den Katakomben Roms
Die ewige Stadt birgt viele Geheimnisse. Manche wurden bereits gelüftet, viele nicht. Ein ganz besonders Areal für Pilgere und Interessierte sind die Katakomben von Rom, Zeugnisse der frühen Christenheit. Die Katakomben wurden von den ersten Christen angelegt. Denn im ersten Jahrhundert besaßen sie keine eigenen Friedhöfe. Wer Grundbesitz hatte, ließ sich auf eigenem Boden bestatten, andere Verstorbene wurden auf allgemeinen Grabstätten beigesetzt. Petrus fand so seine letzte Ruhe in der Nekropole auf dem Vatikanischen Hügel, Paulus wohl in einer Nekropole an der Via Ostiense. Im zweiten Jahrhundert begannen die Christen, unterirdische Friedhöfe anzulegen - die Geburtsstunde der Katakomben von Rom.
 
Katakomben Roms
Die unterirdischen Gänge sind oft kilometerlange Labyrinthe, in Tuffstein getrieben und vielfach verzweigt. Insgesamt gab es in Rom 60 Katakomben, zusammen mehrere Hundert Kilometer lang. Entlang der Gänge gab es Nischen, die so genannten Loculi. Da hinein kamen oft mehrere Leichname, ohne Sarg, nur in ein Leichentuch gehüllt. Dann wurden die Nischen zugemauert. Bis Mitte des fünften Jahrhunderts weiter ausgebaut, dienten sie zunächst ausschließlich als Friedhof, für Beerdigungsriten, zum Jahrgedächtnis der Martyrer und der Verstorbenen. Als die Christen verfolgt wurden, fanden sie Schutz und Zuflucht in der weit verzweigten Unterwelt - auch wenn die Stilisierung zur Trutzburg ein Mythos aus Hollywood ist.

 

Auch nach der Ära der Christenverfolgung bestatteten viele hier ihre Toten, obwohl es längst Friedhöfe an der Oberfläche gab. Sie lehnten die Feuerbestattung ab, ganz nach dem Vorbild Christi. Doch mit der Zeit wurden immer weniger Gebeine unterirdisch bestattet.

Erst in der Renaissance mit dem Einsetzen der christlichen Archäologie wurde sie wieder entdeckt, ausgegraben und teilweise zugänglich gemacht. Heute besuchen Tausende Pilger diese frühen Grabstätten und bewundern Fresken, Inschriften und Skulpturen der frühchristlichen Zeit. An der antiken Via Appia liegen die St. Sebastians- und die St. Kallixtus-Katakomben, die ganzjährig von 8 Uhr 30 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden können.

 

Letzte Änderung: 13.07.2005
Medien (diese Seite): pthm
Autor: pthm

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