07.01.2003

Die Kalahari prägt Botswana

Auf dem Transkalahari Highway

Sonnenuntergang in der Kalahari
In einem spektakulären Farbenspiel versinkt der blutrote Feuerball am Horizont. Dämmerung legt sich über die dürre Landschaft. Es wird Nacht in der Kalahari. Hier, in den unwirtlichen Ebenen der Kalahari haben die Ureinwohner Botswanas, die San, vertrieben von den Schwarzen und verfolgt von den Weissen, Zuflucht und eine neue Heimatstätte gefunden. Über die Jahrhunderte haben sie gelernt, sich nahezu perfekt an die menschenfeindlichen Bedingungen der Halbwüste anzupassen und dort zu überleben, wo die Natur dem Menschen eigentlich keinen Lebensraum bietet. Sie, die wahren Kenner der Kalahari behaupten, man könne nachts die Gesänge der Sterne hören. Und wirklich - der nächtliche Himmel ist übersät mit Sternen, so klar und zum Greifen nahe, dass sie einem lebendig erscheinen.

 

Die Kalahari, die sich über zwei Drittel des Landes und sieben angrenzende Länder erstreckt, dominiert in vielerlei Hinsicht Landschaft und Leben Botswanas. In einem fast ausschliesslich aus Halbwüste bestehendem Land, in dem kaum Landwirtschaft möglich ist, ist Wasser das zentrale Thema. Die Batswana, die Menschen von Tswana, wie die Einwohner Botswanas sich nennen, haben selbst ihre Währung danach benannt: eine Einheit ist ein "Pula", übersetzt, ein "Regen", der in 100 "Thebe", "Regentropfen" unterteilt wird.

 

Aber die Kalahari birgt auch gleichzeitig Botswanas Reichtum. 1967, kurz nach der Unabhängigkeit des Landes, wurden bei Orapa grosse Diamantenvorkommen entdeckt. Weitere folgten in Letlhakane und Jwaneng. Die junge Regierung vergab die Schürfrechte an die Diamantengesellschaft De Beers - mit der Auflage, 75% des Profits an Botswana abzuführen.

 

Kalahari
Der friedliche Wechsel in die Unabhängigkeit, die seitdem herrschende politische Stabilität, der Reichtum an Bodenschätzen und nicht zuletzt die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt, die immer mehr Touristen anzieht, hat Botswana zu einer afrikanischen Erfolgsstory gemacht.

 

Dieses friedliche und somit auch für Touristen sichere Land, das keinen Rassismus kennt und die Presse-, Rede- und Religionsfreiheit nicht nur in der Verfassung verankert hat, erfährt seit der Unabhängigkeit eine der weltweit höchsten Wirtschaftswachstumsraten. Die durchschnittliche Lebenserwartung kletterte seitdem von 49 auf 69 Jahre und der Bildungsstandard sucht seinesgleichen in ganz Afrika. Aber nicht nur das. Botswana hat wieder das typisch afrikanische Lebensgefühl: die Menschen hier sind freundlich, hilfsbereit und lachen viel und gerne.

 

Letzte Änderung: 07.01.2003
Medien (diese Seite): kihi
Autor: kihi

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