16.03.2005

Die Florida Springs

Unerschöpfliche Quellen entdecken

Quellflüsse in Florida
Eine bei uns weniger bekannte "Spezialität" Floridas sind die fantastischen Quellflüsse, die insbesondere nördlich und westlich von Orlando von unglaublich ergiebigen Springs (Quellen) gespeist werden. Wassermengen zwischen "nur" 35.000 m³ (Wekiwa Springs) und über 2 Millionen m³ (Silver Springs) treten dort täglich an die Oberfläche. Die rund um die Quellen und vor allem um die ersten Kilometer ihrer Abflüsse herum entstandene traumhafte Vegetation und die unerhörte Wassertransparenz , bei sommers wie winters gleichbleibenden Temperaturen zwischen 20° C und 23° C, sorgte früh für das Anlegen von Parks.

 

Einige dieser Parks (Silver und Weekie Watchee Springs) sind in Privathand und machen das grosse Geschäft mit Touristen, die für Unterwassershows, Bootsfahrten durch mit "wilden Tieren" besetzte "Dschungel", Badelandschaft mit Wasserrutschen und allerlei Schnickschnack kräftig zur Kasse gebeten werden. Die Mehrheit befindet sich heute "zum Glück" in Staatshand. Herrlich angelegte State und National Forest Parks laden bei geringer Gebühr zum Baden, Campen und Kanu-Paddeln ein.

 

Möchte man zum Beispiel von St. Augustin an der Ostküste auf dem kürzesten Wege an den Golf, fährt man an Silver Glen Springs vorbei, eine wahre Oase der Ruhe nur wenige Meter von der Hauptstrasse entfernt. Hier lässt es sich hervorragend relaxen. Mit einem guten Buch bewaffnet, kann man es sich beispielsweise im Schatten grosser Bäume - die Füsse im erfrischenden Wasser der Quelle hängend - richtig gut gehen lassen. Man lässt sich ein Picknick auf einem der Rastplätze schmecken oder veranstaltet ein zünftiges Barbecue.

 

Quellflüsse in Florida
Ein besonderes Highlight ist das Ausleihen eines Kanus für wenige Dollar, um ein paar unbeschwerte Stunden auf der Quelle zu verbringen. Im März und April hat man mit ein wenig Glück die Chance, während der Kanutour auf Manatees zu treffen, diese possierlich-behäbigen, ungefährlichen Seekühe, die hier den Frühling verbringen. Schon nach halbstündigem gemütlichem Paddeln erreicht man den Rand des Lake George. Uriger zum Paddeln sind jedoch die vielen Seitenarme der Quelle, da es hier viel zu entdecken gibt: Pflanzen und Bäume aller Art, Wassergetier und Seevögel. Es ist teilweise auch recht spannend, ins tiefbewachsene Dickicht zu fahren, ohne zu sehen, wo man landen wird.

 

Ab und zu trifft man auf die festgemachten Hausboote der Einheimischen, die hier ihre Freizeit verbringen, und wird schnell in ein lockeres unterhaltsames Gespräch verwickelt. Die Leute hier sind zu Recht stolz auf ihr Kleinod. Nach der Kanutour bietet sich ein Bad im glasklaren, kalten Quellwasser an, um sich wieder etwas abzukühlen. Es ist auch mal sehr schön, weder das Chlor der Wasserparks noch den Salzgeschmack der Meere auf der Zunge zu haben. Nach einigen Stunden in dieser Idylle ist man gerüstet, um es mit den High-Tech-Touristen-Attraktionen an Ost- und Westküste wieder aufnehmen zu können. Wer ohnehin vorhat zwischen West- und Ostküste hin und her zu pendeln, sollte unbedingt einen Abstecher in eine der vielen Springs machen und mindestens einen Tag lang "die Seele baumeln lassen".

 

Letzte Änderung: 16.03.2005
Medien (diese Seite): mare
Autor: mare

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