22.09.2003

Das ist Namibia

Wasser und Wüste

Wüste Namib
Abenteurer und Entdecker finden hier eine faszinierende Vielfalt an gegensätzlichen Landschaften - von den blauen Lagunen an der Küste bis zu den wildromantischen Schluchten des Sesriem Canyon. 1.500 Kilometer Atlantikküste - und dahinter gleich die Namib-Wüste. So unvereinbar dieser Kontrast erscheint: Tatsächlich verdankt die älteste Wüste der Welt ihre Entstehung dem Benguela-Strom. Die kalte Meeresströmung absorbiert die vom Meer kommende Luftfeuchtigkeit.

 

Das Resultat: Kein Regen - dafür aber gewaltige weisse Nebelbänke über dem roten Wüstensand. Und das jeden Morgen aufs Neue. Dieser Nebel ist die einzige Feuchtigkeitsquelle für Tiere und Pflanzen - wahre Überlebenskünstler in einer abenteuerlichen Landschaft. Von der Küste bis in die Berge: Der Namib-Naukluft-Park ist das grösste Naturschutzgebiet Afrikas. Eines der spektakulärsten Ziele ist "Sandwich", eine Lagune mit türkisblauem Wasser und grünem Schilf. Dazu aprikosenfarbene Dünen, ein gewaltiges Farbspiel inmitten eines Sandmeeres. Ein Paradies nicht nur für Seevögel und Fische. In der riesige Lehmbodensenke Sossusvlei hingegen versickert das Wasser in der Wüste - keine 60 Kilometer vom Meer entfernt. Majestätisch: Bis zu 300 Meter hohe Dünen zäumen die Senke ein. Der Tsauchab-Trockenfluss hat den Sesriem Canyon aus dem Stein geschnitten. Nun grünt und blüht es im Schatten der 30 Meter tiefen Schlucht.

 

Das Naukluft-Gebirge am Rande der Namib: Zerklüftete Berge zeichnen sich gegen das Blau des Himmels, tiefe Einschnitte graben sich in die Felsen - und in Wasserbecken sammelt sich kristallklares Wasser. Zu den Schätzen der Namib gehört auch die prähistorische Welwitschia mirabilis: Ein etwa 1.500 Jahre altes Exemplar dieser Pflanze lässt sich auf dem nach ihr benannten Wanderweg bestaunen. Hier ziehen auch Herden von Oryxantilopen, Springböcken und Bergzebras über die dürren Ebenen - und im Sand kann man die Spuren von Geckos erkennen.

 

Geisterhafte Atmosphäre: Am südlichen Eingang des Skelettküstenparks prangen Totenköpfe aus Metall. Deutliches Symbol für eine unwirtliche Region: Seeleute, die vor der gefährlichen Küste strandeten, konnten sich nicht über die trockenen Einöde freuen. Deutlich freundlicher ist der südliche Teil des Naturparks. Terrace Bay und Torra Bay sind besonders wegen des Fischreichtums auch bei Anglern beliebt. Weiter südlich liegt das Robbenschutzgebiet Cape Cross: Zehntausende von Robben bevölkern hier die glitschigen Felsen.

 

Wüste Namib

 

Aus der Wüste in die Städte: Zwischen Atlantik und Dünen liegt die Kurstadt Swakopmund. Der ehemalige Hafen ist versandet, die Landungsbrücke lädt bei erfrischend kühlem Sommerklima, Palmenalleen und eine eigene Bierbrauerei zum Flanieren und Entspannen ein. Unweit der City liegt Walvis Bay - der bedeutendste Hafen Namibias, zugleich ein Paradies für Vogelliebhaber: Die unter Naturschutz stehende Lagune am Stadtrand lockt Flamingos, Pelikane und andere Wasservögel an. Hin zur Wüste gibt's ein ganz andere Attraktion: Eine Dampflok im Sand. Die alte "Martin Luther" blieb Anfang des Jahrhunderts im heissen Wüstensand stecken - und ist heute viel besuchtes Kuriosum.

 

Zwischen schwarzen Felsen und glitzerndem Meer: In der Hafenstadt Lüderitz begann Namibias Geschichte als deutsche Kolonie. Fischerei und Diamantenfunde brachten vorübergehend Wohlstand - zahlreiche Jugendstilbauten sind noch erhalten. Lagunen, Höhlen, Riffe und einsame Strände locken heute Touristen ins Zentrum der Langusten- und Austern-Industrie. Gespenstische Ruhe hingegen in Kolmanskuppe. Nachdem 1957 der letzte Einwohner die ehemalige Diamantenstadt verliess, eroberte sich die Wüste Haus für Haus zurück.

 

Letzte Änderung: 22.09.2003
Medien (diese Seite): haes
Autor: haes

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