03.01.2005

Das Bob Marley Museum in den Bergen Jamaikas

Reggea im Blut

 

Bob Marley Museum in den Bergen Jamaikas

 

Seit eine reichlichen Stunde quält sich der Bus über eine kleine, recht rustikale Straße die grünen Berge der Insel hinauf. Der üppige Regenwald rechts und links der Strecke unterstreicht, es herrscht kein Mangel an Niederschlägen. Trotz Wolken und Regenschauern sind es an die 30 Grad. Die Touristen aus der ganzen Welt sind gespannt. Immerhin wollen sie auf den Spuren eines der größten Idole wandeln gehen, die Lateinamerika im vorigen Jahrhundert hervorgebracht hat.

 
Bob Marley Museum in den Bergen Jamaikas

Robert Nesta Marley, oder kurz Bob Marley, der King of Reggae, steht für das Lebensgefühl der Afroamerikaner wie kaum ein Musiker sonst und ist schlichtweg das Symbol für Jamaika. Doch während Marley für Europäer wohl nur der Musikerstar geblieben ist, wurde er für die Jamaikaner zu einem Nationalheld, den man dort auf eine ähnliche Stufe stellt wie Che Guevara. Der Bus nähert sich Nine Mile, einem kleinen Dorf in den Bergen von St. Ann.

 

Willert Brown, der die Gäste durchs Marley-Museum führt, ist ein begeisterter Verehrer seines Idols. Das zeigt er nicht nur durch sein Äußeres, das alle Klischees vom jamaikanischen Rasta-Mann bedient, sondern auch durch seine Begeisterung, mit der er über das Leben und die Musik Marleys erzählt. Nur 38 Jahre wurde er alt. Doch in diesem kurzen Leben wurde aus dem kleinen Bob nicht nur ein unsterbliche Musikerlegende, sondern auch ein Rebell, der sich mit all seinem künstlerischen Talent und seinem internationalem Einfluss für die Rastafari einsetzte, eine revolutionäre Bewegung für die Rechte der schwarzen Amerikaner.

 

Bob Marley Museum in den Bergen Jamaikas

Äußeres Zeichen der Rastafari war neben den Rastalocken der obligatorische Joint, der für Marley sicher auch Grundlage mancher Inspiration wurde. Selbst als Weltstar zog es ihn immer wieder nach Nine Mile zurück. Wenn er Zeit für sich selbst brauchte und wieder Kraft schöpfen wollte, kam er zu seinem Meditationsstein unweit seines Geburtshauses. "Seine Musik lebt noch immer in uns", erzählt Willert Brown, während er sich genüsslich einen Joint anzündet. Wohl nicht sein erster an diesem Tag. "Für uns ist Bob ein Volksheld. Er hat für uns, unsere Freiheit und unsere Zukunft gesungen und gekämpft."

 

Neben dem Geburtshaus Marleys befindet sich auf dem Museumsgelände auch die kleine Hütte, in der Bob die ersten Jahre gemeinsam mit seiner Mutter Cedella gelebt hat. Unweit davon wurde er nach seinem frühen Tod am 11. Mai 1981 in einem Mausoleum beigesetzt. Es entstand eine Pilgerstätte nicht nur für in- und ausländische Verehrer, die ihrem Idol die letzte Ehre erweisen möchten. "Seine Lieblingsgitarre hat man ihm mit ins Grab gelegt", weiß Willert Brown zu berichten. "und", dabei lacht er übers ganze Gesicht, "einen extra großen, seinen allerletzten Joint."

 

Letzte Änderung: 03.01.2005
Medien (diese Seite): axel
Autor: axel

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