16.11.2009

Frankreich: Vive la Champagne - Eine Rundreise (II)

Vom malerischen Reiz der Champagne inspirieren zu lassen

Der Straße von Les Riceys folgend kommt man nach Essoyes, dem kleinen Paradies von Pierre-Auguste Renoir. Das Licht, die Landschaft und der Lebensstil übten eine solche Faszination auf Renoir aus, dass er immer wieder zurückkehrte, um sich von dem malerischen Reiz der Champagne inspirieren zu lassen.

 

Frankreich Champagne

 

Das Licht, die Landschaft und der Lebensstil übten eine solche Faszination auf Renoir aus, dass er immer wieder zurückkehrte, um sich von dem malerischen Reiz der Champagne inspirieren zu lassen. 25 Jahre lang verbrachte die Familie jeden Sommer in Essoyes, wo einige der schönsten und berühmtesten Bilder Renoirs entstanden.

 

Eine bezaubernde Ausstellung in seinem Atelier zeugt von der glücklichen Zeit des Malers und beim Spaziergang rund um das Dorf kann man nicht nur Renoirs Grab auf dem örtlichen Friedhof besuchen, sondern in seinen Fußstapfen auch die abwechslungsreiche Natur betrachten. Spätestens dann versteht man, warum es ihn immer wieder hierher gezogen hat.Weiter Richtung Osten, den Windungen der Champagnerstraße folgend, bieten sich etliche bezaubernde Ausblicke bis man zur historischen Abtei von Clairvaux gelangt, dem Ort, an dem alles seinen Anfang nahm.

 

Champagner Glas
Im Jahr 1115 gründete Bernhard von Clairvaux mit einer Hand voll Mönchen an dieser Stelle das berühmte Zisterzienser-Kloster, ein Meisterwerk der mittelalterlichen Architektur. In mühevoller Arbeit gelang es den Bewohnern innerhalb weniger Jahre, die Gegend zu bewirtschaften. Sie errichteten Kalköfen, Schmieden und Mühlen, bauten Weinkeller und Pressen und ließen Rebstöcke aus Ungarn kommen: Der Grundstein für den Champagner war gelegt. In den Hochzeiten wohnten bis zu 800 Mönche in der Klosteranlage und immer wieder wurde an- und umgebaut.

Ab dem 16. Jahrhundert ging die Zahl der Mönche jedoch allmählich zurück und als die Anlage im 19. Jahrhundert von Napoleon in ein Gefängnis umgewandelt wurde, war lediglich ein Dutzend von ihnen übrig geblieben. Noch heute ist in einem Teil des Klosters ein Hochsicherheitstrakt untergebracht und Clairvaux gilt als das am besten bewachteste Gefängnis ganz Frankreichs. Aber nach Anmeldung und Abgabe des Personalausweises kann das prächtige Gebäude der Laienbrüder mit seinem Weinkeller und dem Schlafsaal in Begleitung eines Führers besichtigt werden.

 

Ein paar Kilometer von Clairvaux entfernt sind auch in Urville noch Spuren der Zisterzienser zu entdecken. Im 13. Jahrhundert errichteten Mönche aus der Abtei dort ein Weingut, das sich seit 1808 in den Händen der Familie Drappier befindet. Mittlerweile ist das Haus Drappier der größte Champagner-Erzeuger in der Aube und nicht nur wegen seiner alten Kellergewölbe einen Besuch wert.

Einzigartig in der Champagne werden dort selbst die größten Flaschen, die Melchizedech, mit einem Inhalt von 30 Litern, in Flaschengärung hergestellt. Kein leichtes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass dabei etwa 55 Kilogramm bewegt und gedreht werden müssen. Relativ selten ist auch der Champagner "Brut nature", eine Cuvée aus 100 Prozent Pinot Noir ohne Zugabe von Likör. Schon General Charles de Gaulle wusste die edlen Tropfen von Drappier zu schätzen, weshalb ihm zu Ehren im Jahre 1990 die Cuvée Collection Charles de Gaulle auf den Markt gebracht wurde.

 

Letzte Änderung: 16.11.2009
Medien (diese Seite): mela
Autor: mela

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