04.03.2004

Brennpunkt Dahab

Vom Lagerplatz zum Tourismuszentrum

Markt in Dahab
Noch um 1980 ein verschlafener Beduinen- Stützpunkt, mauserte sich Dahab zu einem wichtigen Touristenzentrum am Golf von Aqaba. Um das familiäre Flair des "goldenen" Dahab nicht zu gefährden,sollte bei der touristischen Weiterentwicklung vorsichtig vorgegangen werden. "Gold" (arabisch Dahab) nannten die Mezina-Beduinen ihren früheren Lagerplatz für den sommerlichen Küstenfischfang und leiteten den Namen des Ortes wohl vom hohen Glimmergehalt der Böden her. Heute könnte der Name von der "glänzenden finanziellen Situation" der Stadt herrühren, denn nach Sharm el Sheikh hat sicherlich keine andere Sinai-Siedlung eine derart tiefgreifende Wandlung zum Touristenparadies erfahren. Noch vor wenigen Jahren waren es vor allem Tauchpuristen, die ausschliesslich die Faszination der Korallenriffe erleben wollten und daher kaum Ansprüche an die Infrastruktur stellten.
 

Danach machten "spätgeborene" Hippies den Ort zur zwanglosen Aussteigerenklave. Jetzt bevölkert ein buntes, meist  zahlungskräftiges Publikum die Strandbars mit den für Dahab so typischen Liegebuchten im Fleckerlteppich- Design.

 

Händler auf dem Markt in Dahab
Neben Relaxen und Erholung stehen auch Aktivangebote aller Art hoch im Kurs, allem  voran natürlich der Wassersport. Von Jahr zu Jahr öffnen neue Tauchschulen, Geräteverleihe und Surfcenters ihre Tore, aber auch Schnorchler kommen voll auf ihre Kosten. Durch seine Lage zwischen Sharm el Sheikh und Nuweiba ist Dahab aber auch eine vorzügliche Basis für Touren ins wildromantische Hinterland des Sinai und zu den Nationalparks Wadi Nabq (Mangroven) und Ras Abu Galum.

 

Die örtlichen Veranstalter haben für jeden Geschmack Angebote im Köcher: Ob mehrtägige Ausritte mit dem Dromedar, Tauchausflüge zu entlegeneren Unterwassergärten, Bergtouren (z. B. Mosesberg, Katharinenberg), Jeepsafaris durch die Wüste Tih oder ein Besuch des berühmten Katharinenklosters, alles kein Problem - mit einem konzessionierten Tourveranstalter. Denn der Sinai ist Beduinenland und nicht überall heisst es "Zutritt gestattet"! Kein Wunder also, dass immer mehr Touristen dieses kleine Paradies für sich entdecken.

 

Dass die touristische Szene und mit ihr finanzkräftige Investoren versuchen, sich ein grosses Stück vom "Dahab-Kuchen" abzuschneiden, und auch hier immer wuchtigere Hotelbauten entstehen,  wundert nicht. Für welche Unterkunft und welchen Urlaub sich die Gäste allerdings dann entscheiden, und damit die Entwicklung mit beeinflussen,  wird sich zeigen.

 

Dahab
 

Letzte Änderung: 04.03.2004
Medien (diese Seite): crha
Autor: crha

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