26.06.2000

Bewegtes Land auf Usedom

Ursprüngliche Insel mit Vergangenheit

Haus auf Usedom
Die Eiszeit hat Deutschlands zweitgrösste Insel mit  445 qkm geprägt und geformt, auch wenn man sich früher erzählte, dass die Schlange mit dem Namen "Oder" versucht habe, das Wasser der Ostsee auszutrinken und dass daraufhin der germanische Gott Wotan dies zu verhindern versuchte indem er zwei Felsen benutzte, um das aufgerissene Maul der Schlange zu stopfen.

 

Jedenfalls trennen das Oderhaff und der Peenestrom die Insel Usedom vom Festland. Und wenn es wohl auch die Gletscher waren, die Stein- und Erdschichten zu Endmoränenwällen zusammen geschoben haben und so den Streckelsberg bei Koserow und den Weissen Berg des Gnitzes auf Usedom entstehen haben lassen, die alte Geschichte über die "wahre Entstehung der Insel"  wird es weiterhin geben. Die flachen Ebenen, auch Grundmoränen genannt,  werden landwirtschaftlich für den Getreideanbau und als Weideflächen genutzt.

 

Geprägt wird die Insel bis heute vom Meer. Besonders großen Einfluss haben die Stürme im Herbst. Verheerende Sturmfluten haben bereits in der Vergangenheit (1872, 1874, 1913, 1949) zu Landverlusten geführt. Mit dem Anlegen von Waldschutzstreifen, dem Setzen von Buhnen und Dünenstreifen versuchen die Menschen von Usedom, den Uferbereich vor den Gewalten der Natur zu schützen.

 

Die nacheiszeitlichen Überflutungen brachten das Achterwasser („Wasser dahinter“), das Oderhaff und den Peenestrom hervor. Hier finden sich zahlreiche Naturschutzgebiete, in denen bedrohte Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum haben. Der Seeadler ist hier noch zu Hause und der Fischotter durchquert das Achterwasser, während die Möwen kreischend durch die Lüfte segeln. Die Insel ist bewegtes Land von urig herber Schönheit. Feuchtwiesen schlummern im Nebel des Morgens, während Kornblumen im Getreidefeld tanzen und das Rot des Mohns das Auge lockt. Dichte Alleen säumen die Strassen, die zu den verschlafenen Fischerdörfern führen.

 

Fischerboot auf Usedom
Für Fischliebhaber ist die Insel ein wahres Paradies. Peenestrom, Achterwasser und Oderhaff bieten die schmackhaften Süsswasserfische Zander, Barsch, Hecht und teilweise auch Aal. Die Ostsee ist reich an Flunder, Hering und Dorsch. In den kleinen beschaulichen Fischerdörfern Ziemitz und Neeberg, die sich am Peenestrom unweit von Wolgast befinden, können besondere Fischspezialitäten genossen werden. In Neeberg befindet sich im übrigen die „Kleine Galerie im Hühnerstall“. Verträumte Landschaftsbilder, Collagen uvm. schmücken die Wände des ehemaligen Hühnerstalles. Hier findet sich eines der schönsten Anwesen der Insel im traditionellen Stil.

 

Wer länger auf der Insel bleiben will, der findet eine Vielzahl von Unterkünften. In den Seebädern und Badeorten der Insel bleiben keine Wünsche offen. Die Strandhotels bieten höchsten Komfort. Im Hinterland am Achterwasser, Krumminer Wiek (flache Buchten), Oderhaff oder Peenestrom finden sich zahlreiche Privatquartiere, die besonders in den Sommermonaten gern genutzt werden. Campingplätze gibt es in Lütow, Koserow, Zempin, Zinnowitz, Ückeritz und Korswandt. Jugendherbergen gibt es in Zinnowitz und Heringsdorf (direkt am Strand). Ferienlager sowie ein Jacht- und Segelhafen (Krummin) sind vorhanden. In Ückeritz, Trassenheide und Kölpinsee befinden sich Kurkliniken.

 

Letzte Änderung: 26.06.2000
Medien (diese Seite): yvbi
Autor: yvbi

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