05.04.2004

Bermuda - Blühende Insel

Hochzeit im Paradies

Brautpaar am Strand auf den Bermudas
Blühende Gärten, unzählige Golfplätze und Fünf-Uhr-Tee: Auf Bermuda geht es britisch zu. Kein Wunder, schliesslich ist das Eiland immer noch eine Kolonie der Krone - mit weitaus besserem Wetter. Angenehme Temperaturen, klarer Himmel und viel Sonne sorgen für beschwingte Stimmung. Das bringt auch die Hormone in Wallung: Auf Bermuda sind Liebesschwüre angesagt.
Nirgendwo weltweit wird öfter geheiratet als auf der kleinen Atlantik-Insel. Im Jahr 2001 kamen auf 1.000 Einwohner sage und schreibe 16 Hochzeiten.

 

Die nötigen Unterlagen sind schnell ausgefüllt: Einfach das Formular "Notice of Intended Marriage" an die zuständige Behörde schicken und die Gebühr von 176 US-Dollar überweisen. 15 Tage nach Ankunft der Unterlagen kommt dann die Heiratserlaubnis. Sie ist drei Monate gültig. Gefeiert wird das junge Glück typisch "british". Ein lautstark hupender Wagen-Konvoi zieht durch die Strassen, die Motorhauben kunstvoll mit Bändchen verziert. Neuerdings bevorzugen die Bermudianer allerdings ein altmodischeres Gefährt: Die Pferdekutsche. Das steigert den Romantik-Faktor ungemein. Wer will, kann natürlich auch ohne Hochzeit eine Kutschfahrt durch die schöne Gegend machen. Vielleicht lässt sich so das Herz der Angebeteten gewinnen.

 

Nach der Hochzeitszeremonie geht es im Ein- oder Mehrspänner zum Empfang. Vorne weg fahren die Brautleute. Traditionell folgen die Eltern der Braut, dann die des Bräutigams. Kutsche Nummer Drei ist für die Brautjungfern reserviert.

 

Kutschfahrt auf den Bermudas
Vor allem britische Auswanderer singen zu Ehren des neuen Ehepaares "For they are jolly good fellows". Ihre Hochzeitsfotos lassen Brautleute auf Bermuda gerne im Botanischen Garten oder im Palm Grove Gardens in Devonshire Parish machen. Für frisch Verheirate ein Muss: Der Besuch eines Moongates. Denn wer sich unter den "Mondtoren" küsst und sie durchschreitet, dem winken - so will es die Sage - Vermögen und eine lange, glückliche Ehe. Die Tore, geschaffen aus Steinen und Korallen, stammen ursprünglich nicht von Bermuda. Sie wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts von Kapitänen aus dem Orient importiert und zieren nun Parks, Hotels und viele Privatgrundstücke.

 

Doch schon beim Hochzeitsessen gehen das Paar wieder getrennte Wege. Die Hochzeitstorten auf Bermuda sind kulinarische Kunstwerke, aber es gibt jeweils eine für Braut und Bräutigam. Beides sind dunkle, in viel Alkohol getränkte Früchtekuchen - süsse Sünden mit Marzipan und Blattsilber überzogen. Der Brautkuchen ist mehrstöckig, das Zuckerwerk des Bräutigams dagegen nicht. Auf den Kuchen findet sich ein junger Zederholz-Trieb. Er wird von dem Ehepaar an einer geheimen Stelle gepflanzt und symbolisiert das wachsende Glück. Auf Bermuda kein Problem.

 

Letzte Änderung: 05.04.2004
Medien (diese Seite): lee
Autor: lee

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