04.03.2004

Barcelona - keine Stadt wie jede andere

Das Stadtbild zeugt von Experimentierfreude

Casa Milà
Barcelona zählt spätestens seit den Olympischen Spielen von 1992 zu den lebendigsten und interessantesten Städten Spaniens. Um für den Besucheransturm gerüstet zu sein, erneuerte und polierte sich die Stadt an allen Ecken und Enden. Die Stadt öffnete sich zum Meer, alte Industrieanlagen verschwanden, die Strände wurden gesäubert und hergerichtet, eine Uferpromenade mit zahllosen hervorragenden Fischrestaurants entstand und der alte Hafen ist heute ein Einkaufs- und Freizeitzentrum mit Restaurants, Kinos und dem grössten Aquarium Europas.

 

Doch was das Stadtbild angeht, zeigt sich Barcelona schon immer fortschrittlich und experimentierfreudig. Nachdem im 19. Jahrhundert die alte Stadtmauer entfernt und Barcelona so aus seiner beengten Lage zwischen Meer, dem Berg Montjuic und eben der Stadtmauer befreit war, entstand das schachbrettartige neue Stadtviertel Eixample mit seinen zahlreichen Jugendstilbauten, heute das beliebteste Viertel für Wohnen, Einkaufen und Freizeit. Als Verbindung zwischen dem neuen Viertel und dem Hafen entstanden die Rambles, die heute als einer der schönsten und interessantesten Boulevards der Welt gelten.

 

Hier spielt sich das öffentliche Leben Barcelonas ab. Der Autoverkehr wurde an die Ränder dieser Flaniermeile - die auch in etwa diese Länge hat - gedrängt, so dass in der Mitte viel Platz für Spaziergänger, aber auch Cafes und Kneipen sowie Geschäfte und Händler aller Art bleibt. Ein Besuch der Rambles, die sich in fünf Abschnitte teilen, ist ein absolutes Muss und Höhepunkt jeder Reise nach Barcelona.

 

Placa Reial Brunnen

 

Einen Spaziergang über die Rambles beginnt am besten am Placa de Catalunya, dem größten Platz und Zentrum der Stadt, an dem u.a. auch verschiedene U-Bahn-Linien zusammenlaufen. Von hier geht es in Richtung Süden zum ersten Abschnitt, der Rambla de Canalates mit dem gleichnamigen Brunnen. Dieser ist vor allem als Sammelpunkt der Anhänger des FC Barcelona bekannt. Von hier geht es weiter zur Rambla dels Estudis, die ihren Namen der zu früheren Zeiten hier liegenden Universität verdankt. Heute findet auf diesem Abschnitt der Rambles ein Vogel- und Haustiermarkt statt, der leider nicht immer vom angemessenen Umgang mit den Tieren zeugt.

 

Ein Höhepunkt der Rambles ist dann die Rambla de Sant Josep, auch als Rambla der Blumen bekannt, welche hier an zahlreichen Ständen in Hülle und Fülle angeboten werden und ein wahres Farbenmeer erzeugen. Ein Stück weiter ist dann der richtige Moment für eine Pause gekommen. In der Rambla dels Caputxins findet der Besucher eine Vielzahl von Cafes, von deren Tischen sich die vorbeiziehenden Menschen wunderbar betrachten lassen. Den Abschluss bildet die Rambla Santa Monica, eine Mischung aus Künstlerviertel und zwielichtigeren Einrichtungen. Wahrsagerinnen, Hütchenspieler und Taschendiebe versuchen hier ihr Glück, gegen abend macht sich auch das nahegelegene Rotlichtviertel deutlich bemerkbar. Zu späterer Tageszeit sollte man es den Einheimischen nachmachen und diese Gegend meiden, auch tagsüber sollte man hier auf seine Wertsachen achten.

 

Rambla der Blumen
Den Abschluss der Rambles bildet die Placa del Portal de la Pau mit dem riesigen Monument a Colon, dem Kolumbusdenkmal. Von hier aus geht es weiter zum Hafen, der weitere Attraktionen und auch kulinarisch interessante Ziele bereithält.
 

Letzte Änderung: 04.03.2004
Medien (diese Seite): roku
Autor: roku

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