Asien: Von Geishas und Geisterhäuschen
Mythen, seltsame Traditionen und faszinierende Bräuche
Mythen, seltsame Traditionen und faszinierende Bräuche: Langsam verschmelzen Ost und West, aber noch immer finden sich in Asien eine Reihe ungewöhnlicher Riten, Berufe und Lebensweisen. Undurchschaubar und geheimnisvoll: Von Thailand bis Taiwan strahlt Asien seit jeher einen ganz besonderen Zauber auf jeden Reisenden aus.
Hausgeister in Geisterhäuschen: In Thailand bestimmt der Buddhismus fast alle Lebensbereiche - das schließt den Glauben an Geister und andere spirituelle Kräfte ein. Fast zu jedem Haus gehört ein san-phra-phuum - der Unterschlupf für den Hausgeist. Die spirituellen Mitbewohner sind höchst anspruchsvoll. Damit kein Unglück passiert: Zur Beschwichtigung der körperlosen Mitbewohner werden regelmäßig Gaben wie Reis, Obst oder Süßigkeiten geopfert. Vogelhausähnlichen Konstruktionen mit Wellblechdach oder opulenter, blumenüberstreuter Schrein: Die Geisterdomizile von Banken oder Kaufhäusern sind oftmals sogar größer als die Unterkunft mancher menschlichen Bewohner.
Weiter im Osten Asiens ist eine nicht weniger geheimnisvolle, doch weitaus greifbarere Tradition lebendig: In Japan werden noch immer Mädchen zu Geishas ausgebildet - obwohl sie heutzutage eine zunehmend seltene Erscheinung darstellt. Die Kaiserstadt Kyoto gilt noch als Hochburg der Geishas. Während der Ausbildung heißen die jungen Mädchen "Maiko": Sie absolvieren eine jahrelange Ausbildung in den Künsten des Gesangs, Tanzens, Musizierens, Dichtens und der gepflegten Konversation. Hoch angesehene Aufgabe: Männer auf kultivierte Weise zu unterhalten. Je perfekter eine Geisha ihre Künste beherrscht, desto aufwändiger muss sie sich kleiden, um ihrem Ruf gerecht zu werden und reiche Kunden anzulocken. Die Kimonos einer Geisha sind so kostspielig, dass sich früher manches Mädchen beim Eintritt in ein Geisha-Haus hoch verschulden musste.
Balance des Lichts: Auf den nördlichen Inseln der Philippinen hält jeder beim Volkstanz "Pandango sa Ilaw" den Atem an. Wie flatternde Glühwürmchen in der Nacht: Beim "Fandango des Lichts" werden drei brennende Öllampen balanciert - auf jeder Handfläche ein Glas und das dritte auf dem Kopf. Wiegende Schritte, kühne Drehungen und akrobatische Einlagen: Während des gesamten Tanzes darf das Glas nicht fest gehalten werden – ohne einen Tropfen Öl zu verschütten. Westlicher Rhythmus und östliche Tradition – Symbiose auf den Philippinen.
In Macau vereint sich europäische und asiatische Lebensweise einzigartig: Katholische Kirchen und buddhistische Tempel, christliche Traditionen und chinesische Bräuche - dazu portugiesische Speisen und kantonesische Gerichte. Das Erbe zweier Kulturen: Die 450-jährigen Anwesenheit der Portugiesen spiegelt sich in Architektur, Küche und Lebensweise wieder. Weihnachtsfest und chinesische Neujahrsfeiern, Fastenzeit und Drachenbootfestival: Die Bevölkerung hat immer einen Grund zu Feiern.
Auf der Halbinsel Korea geht es weniger friedlich zu: Die Vorführungen traditioneller Schwertkampfkunst auf dem Gelände des War Memorial in Seoul lockt viele ausländische Touristen – und den König, der jede Vorführung eröffnet. Koreanische Kampfkunst als unterhaltsames Touristenspektakel: 43 Soldaten der Ehrengarde kämpfen synchron zu den Klängen einer Militärkapelle - in prachtvollen Uniformen aus der Zeit der Choson-Dynastie. Präsentiert werden historische Schwertkampftechniken mit fünf verschiedenen Waffen.
Kung Fu und Heiligenprozession: Im Süden Taiwans werden jeden März aufs Neue Banditen vertrieben. In den wunderschönen Tempeln Neimens gedenkt man längst vergangener Zeiten, als Wegelagerer immer wieder die Bergdörfer ausraubten. Zum Schutz wurde eine Art "Task Force" aufgestellt, die die Räuber mit Kung Fu in die Flucht schlugen. Als es keine Banditen mehr gab, trugen die Selbstverteidigungsgruppen bei Prozessionen die Schutzheiligenfiguren durch die Straßen – auch heute noch.
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