29.09.2009

Asien: Hochzeit exotisch

Reiswein, ein Geldtanz oder der Besuch beim Astrologen

Korea Hochzeit
Für viele Menschen ist die Hochzeit das wichtigste Ereignis im Leben. Der Weg zum Ja-Wort indessen ist in jedem Land unterschiedlich. Statt Pferdekutsche und weißem Kleid erwartet Heiratswillige in Asien Reiswein, ein Geldtanz oder der Besuch beim Astrologen.

 

In Japan heiraten die meisten Paare nach dem Shinto-Ritus. In einer einfachen Zeremonie reinigt der Priester das Paar mit einem Wedel, bevor er das Ehegelübde spricht und die Ringe tauscht. Danach werden dem Paar je drei Schalen Reiswein serviert. Die Zwei trinken aus jeder der Schalen jeweils drei Schluck. Damit ist das 1.000 Jahre alte Zeremoniell der Eheschließung vollzogen. Vor und während der Trauung wird der Kopf der Braut mit einer weißen Kapuze, "Tsuno Kakushi", verhüllt - das soll die "Hörner" der Frau verstecken, um Gehorsam zu zeigen. Später werden beide in traditionellen Kimonos Verwandte und Freunde zur Feier begrüßen. Im Laufe der Party zieht sich das Paar mehrmals um, um seine Gäste mit westlichem Chic zu überraschen. Da eine japanische Hochzeit sehr teuer ist, wird Frischvermählten grundsätzlich Geld geschenkt.

 
Korea Hochzeit Braut
Koreaner besuchen vor der Eheschließung einen Astrologen und lassen den besten Hochzeitstermin ermitteln. Die Familien des Brautpaares tauschen bereits vor der Hochzeit Geschenke aus. Nach alter Tradition überbringen die Freunde des Bräutigams auch heute noch die für die Angehörigen der Braut bestimmten Präsente in einer Holztruhe. Der kräftigste Freund des Bräutigams schlüpft in die Rolle des "Pferdes" und trägt die Truhe auf seinem Rücken zum Haus der Braut. Dort angekommen verkündet das "arme Tier", dass es sehr erschöpft und nur gegen eine geringe Transportgebühr zum Weitergehen bereit sei. Das auf diese Art eingenommene Geld übergeben die Freunde des Bräutigams zur Hälfte dem Brautpaar. Von der anderen Hälfte profitiert meistens ein Gastwirt.

 

Höhepunkt einer Hochzeit auf den katholisch geprägten Philippinen ist der kirchliche Gottesdienst. In einigen Provinzen ist es sogar üblich, dass neben Verwandten und Freunden das ganze Dorf eingeladen wird. Das Brautpaar und die Gäste tragen traditionelle philippinische Kleidung. Die Krönung des Feste ist der "Geldtanz". Während das Paar sich zu Walzerklängen wiegt, heften Mitglieder beider Familien Bares an die Kleidung der Frischvermählten. Dies ist eine Art Wettstreit um Reichtum und Wohlstand der beiden Familien. Allerdings sollte der Clan des Mannes gewinnen.

 

In Taiwan sind Hochzeitsfotos ein Muss. Diese werden einige Tage vor dem Termin an reizvollen Plätzen mit großem Aufwand aufgenommen. Das Paar wird grundsätzlich von einem Stylisten, einem Friseur und einer Kosmetikerin begleitet. Ebenfalls dabei: Reichlich Kleider und Anzüge. Denn es werden Fotos sowohl in westlicher wie auch in traditioneller Hochzeitskleidung geschossen, mal seriös und mal witzig. Eine Vergrößerung des schönsten Bildes ist später im Festsaal zu sehen. Anschließend ziert es die Wohnung des Paares.

 

In Thailand gilt der August als beliebtester Hochzeitsmonat. Nach dem thailändischen Kalender ist dies der neunte Monat des Jahres - und die Neun gilt als Glückszahl. Die buddhistische Hochzeitszeremonie auf dem Land beginnt morgens. Die Dorfbewohner und eine Musikantengruppe holen den Bräutigam ab und bringen ihm zum Haus der Brauteltern. Nachdem er dort an einem kleinen Tempel süße Opfergaben niedergelegt hat, begeben sich alle ins Haus. Mit Spannung werden neun Mönche erwartet, die das Brautpaar segnen. Beide tragen eine Krone aus weißem Garn. Die Mönche wickeln den Kopfschmuck auf und reichen den Faden von Hand zu Hand weiter. Er wird um die Beteiligten und das Grundstück gelegt. Das soll alle vor bösen Geistern schützen.

 

Letzte Änderung: 29.09.2009
Medien (diese Seite): caha
Autor: caha

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