Das Land am Nil
Eine der ersten Hochkulturen der Welt
Der Nil aber ist seit Jahrtausenden Ägyptens Lebensader. Schon in der altägyptischen Mythologie glaubte man, dass alles Leben dem Wasser entstamme. So wie nach jeder Nilschwemme das fruchtbare Ackerland wieder aus den Fluten auftauchte, so stellte man sich den Schöpfungsakt vor. Und tatsächlich begann die Geschichte Ägyptens am Nil, als sich in grauer Vorzeit nomadisierende Jäger vor der vordringenden Wüste hierher zurückzogen. Sie wurden sesshafte Bauern und Hirten und schufen so die Grundlage für eine der größten Zivilisationen der Menschheitsgeschichte.
Mit der Vereinigung der beiden Landeshälften Ober- und Unterägypten durch den legendären König Menes, erlebte Ägypten um 3.000 vor Christi die Geburt der Hochkultur.
In einem Zeitraum von nur 200 Jahren entwickelten die Ägypter Religion und Kunst, führten den Kalender ein und erfanden die Schrift, zweifellos Ägyptens größter Beitrag zur Menschheitsgeschichte. Knapp 3.000 Jahre währte das Pharaonenreich am Nil, überstand innere Unruhen und Machtkämpfe, Fremdherrschaften wie Einfälle räuberischer Beduinen und brachte dabei eine Kultur hervor, die seit Jahrhunderten Reisende aus aller Welt in Ehrfurcht und Erstaunen versetzt.
Betrachtet man die unzähligen Reliefs und Wandbilder, die von der damaligen Lebensweise und dem Alltag der Menschen berichten, wird eine Reise nach Ägypten zu einer Reise in die Geschichte der Menschheit. Man sieht Fischer, Bäcker und Tischler bei der Arbeit, liest Klagen von Schülern über ihre Lehrer, erfährt wie Wein gegoren und Bier gebraut wurde und stellt fest, dass sich das Leben damals bisweilen gar nicht so sehr vom heutigen unterschied, rät doch eine Inschrift:
"Übernimm dich nicht beim Biertrinken - was aus deinem Munde kommt, kannst du nicht mehr aussprechen - du fällst hin, brichst dir die Glieder und keiner gibt dir die Hand - deine Kumpanen trinken weiter, sie sagen: weg mit dem, der getrunken hat."
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